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Online seit: Dienstag, 08.12.2009 00:48, Autor: André Künzel

Sachseneinzelmeisterschaften der Aktiven - Teil I

Nun, hätte es ein Stimmungsbarometer in der Halle gegeben, es hätte sich irgendwo im Bereich zwischen Arbeitsplatz und Kantine eingependelt, richtiges Meisterschaftsfeeling wollte nicht aufkommen. Für viele ist es wohl mittlerweile so eine Art Arbeitsausflug, das Bild in der Halle war geprägt von Zeitunglesern, Hausaufgabenmachern, Prüfungsvorbereitern und Laptoptippern, hätte man sich nicht manchmal noch um das Zähltafelumklappen kümmern müssen, hätte man den Bezug zum Spielgeschehen sogar ganz aufgeben können. An dieser Stelle möchte ich auch darum bitten, großen Kerlen wie Tobias Axmann das nächste Mal auch ein große Klapptafel zu geben, es sah etwa aus wie ein 40-jähriger beim Kindergeburtstag, da hat irgendwas nicht so ganz gepasst - wobei es andererseits auch wieder drollig war.
Was sonst noch nicht passte war die Tatsache, dass Sonntagmorgen auf den Herrentoiletten von vieren nur eine mit Papier ausgestattet war (das war vielleicht Sonnabend auch schon so, da kann ichs aber nicht bestätigen). Eine Situation, die etwas an Yu-Gi-Oh erinnerte, nur dass es diesmal nicht hieß, unter welchem der vier Zauberhüte steckt der Magier, sondern aus welcher Toilette musst Du nicht mit runtergelassenen Hosen raus um auf Papiersuche zu gehen.
Was wäre sonst noch anzumeckern? Die glatte Halle, was aber laut Turnierleitung an der Versiegelung liegt und die runterzukratzen ist wohl wahrlich keine gute Idee, dafür gabs auch zwei Lappen pro Feld, also denk ich mal, das geht in Ordnung, Essen hat satt gemacht, zeitig fertig war man mit den Spielen auch, was natürlich zu der Meinung führte, man hätte das Turnier auch an einem Tag durchziehen können, nunja, allen kann man es eben nie Recht machen.

Gespielt wurde natürlich auch und da gab es im Herrenbereich wie schon vermutet, wenig überraschendes, denn alle Titel mit Herrenbeteiligung gingen in die Oberlausitz. Aber zumindest der Mixedtitel wurde nicht direkt souverän gewonnen, denn das spätere Siegermixed Adam/Engelhardt musste in vier Spielen gleich dreimal in den Entscheidungssatz. Im Finale hatten sie gar Matchbälle gegen sich, die sie aber abwehren konnten um sich dann im dritten Satz doch recht deutlich durchzusetzen. Aber bis dahin sah man viele - im Volksmund einfache Fehler genannte - Schwächen, ein etwas ungewohntes Bild bei diesem Mixed. Aber danach fragt später eh niemand mehr, Titel eins für Zittau.

Im Herreneinzel stellten die Zittauer dann drei der vier Halbfinalisten, quasi Tom Wendt+3, zwei der beiden Finalisten und mit Björn Wippich auch den Sieger. Der gab in einem Spielkommentar zwar zu, dass er nicht mehr zwanzig ist, aber das Finale gegen Stefan Adam gewann er trotzdem 21:19 und 21:18.

Das Herrendoppelfinale verhält sich analog dem Einzelhalbfinale, drei der vier Spieler kommen aus Zittau und mit Adam/Axmann gewinnt das rein Zittauer Ensemble. Die beiden siegten gegen Björn Wippich und Dirk "Mr. 40000Volt" Nötzel mit 21:17, 19:21 und 21:16, wobei es schön zu sehen war, wie Björn Wippich seinen Doppelpartner mehrfach bremsen musste, weil man Angst haben musste, dass Dirk Nötzel die Geduld verliert und nicht erst warten wird, dass der Ball die Netzkante überquert. Aber das macht letztlich ja unseren Sport aus, dass man nicht nur passiv im Feld steht und der Dinge harrt, die passieren werden.

Nun, im Damenbereich liegen die Verhältnisse etwas anders, zumindest, was die Zittauer Dominanz angeht. Es ist letztlich ja nicht so, dass die Siegerinnen aus dem Nichts kommen und völlig überraschend auf dem Siegertreppchen stehen. Allerdings hätten im Dameneinzelfinale sicher mehr Leute auf Julia Engelhardt gesetzt als auf Christin Lesch, was Letztere aber nicht abhielt, trotzdem zu gewinnen. 21:19 und 23:21 sind knapp aber ausreichend, um sich den Sachsenmeistertitel zu holen, nachdem im Halbfinale die topgesetzte Dame Nicole Bartsch schon Christin Lesch den Vortritt lassen musste.

Aber Nicole Bartsch ging auch nicht leer aus, das Damendoppel mit Standardpartnerin Ina Tippelt war eine ziemlich sichere Sache, Finalgegnerinnen Engelhardt und Hübner konnten lediglich im zweiten Satz gegenhalten, was in unserer Sportart aber eben zu wenig ist. 21:11 und 22:20 sichern Zittau einen weiteren halben Sachsenmeistertitel.

Die Sieger im Überblick:

HE: Björn Wippich (Robur Zittau)
DE: Christin Lesch (BV Niedersedlitz)
HD: Adam/Axmann (Robur Zittau)
DD: Bartsch/Tippelt (Robur Zittau/ SG Gittersee)
MX: Adam/Engelhardt (Robur Zittau)


Die kompletten Turnierlisten findet Ihr auf der Homepage vom Ausrichter, BC Stollberg-Niederdorf: [# click]








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