Start Jugendwart Nachbetrachtung 14. Sparkassen Landesjugendspiele Sachsen 2019
Nachbetrachtung 14. Sparkassen Landesjugendspiele Sachsen 2019 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Steffen Reuther und Felix Bauermann   
Montag, den 01. Juli 2019 um 15:43 Uhr
Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde,

nach den diesjährigen Landesjugendspielen erreichte mich vom Ausrichter und Jugendwart vom RV Dresden eine Mail, die uns zu denken geben sollte.

Aus meiner Sicht sehr treffend formuliert und daher möchte ich diese in Abstimmung mit Felix Bauermann hier veröffentlichen und ein paar Gedanken von mir hinzufügen.

… die Landesjugendspiele 2019 sind Geschichte und damit geht auch der Großteil der sächsischen Badmintongemeinde in die wohlverdienten Sommerferien.

Ich möchte daher die kurze Verschnaufpause nutzen und ein kurzes Fazit zu den diesjährigen Landesjugendspielen ziehen. Zunächst aber ein großes Dankeschön an Steffen, Frank und Nici für ihren Einsatz und ihr Engagement zu eben jener Veranstaltung. Wir konnten dieses Mal die Gelegenheit nutzen und uns die Rahmenbedingungen, welche über T-Shirts, Medaillen und Urkunden hinausgehen, etwas genauer anzuschauen. Im Detail bedeutet das ein Besuch der Abendveranstaltung, des Hauptveranstaltungsgeländes, sowie weitere Sportarten. Und ich muss sagen, eine bessere Möglichkeit für eine Sportart bzw. deren Fachverband, seinen Saisonabschluss zu begehen gibt es nicht. Das Programm der Abendveranstaltung war fantastisch, unkompliziert und zeitlich für die Kids passend (auch wenn man den darauffolgenden Tag nochmal „ran“ muss). Das Hauptgelände war mit zahlreichen Beschäftigungsmöglichkeiten bestückt, die Materialbereitstellung geht weit über die angesprochenen Shirts und Medaillen hinaus (z.B. Poster, Aufsteller, Einmarschmusik und und und). Zudem übernimmt der LSB teilweise die Berichterstattung, macht Fotos und Ergebnisübersichten und das alles für einen mickrigen Selbstkostenbeitrag von 5,- €.

Und was machen wir als Vertreter und Verantwortliche für die wunderschöne Sportart Badminton daraus? Wir scheißen drauf!!! Entschuldigt bitte meine harschen Worte, doch leider sieht es aktuell genau danach aus.

Von möglichen 64 Teilnehmern haben wir gerade einmal 30 mobilisieren können. Damit geben wir von 68 mitgelieferten Shirts 38 wieder an den LSB zurück. Von 50 mitgelieferten Teilnehmerausweisen (für die Abendveranstaltung) geben wir 48 wieder an den LSB zurück. Die übrig gebliebenen Medaillen und Urkunden zu zählen erspare ich mir an der Stelle. Das Ende des Turnieres lag 3 Stunden vor dem geplanten, als Fazit kam der Vertreter des LSB gerade, als wir mit Aufräumen fertig waren. Entsprechend enttäuscht und ohne ein einziges Foto gemacht zu haben verließ er die Halle direkt wieder.

Steffen hat in diesem Jahr die Teilnahmebedingungen für den Mannschaftsmodus komplett entfernt und zudem noch auf lediglich 4 Kids runtergeschraubt. Warum also schaffen es immer noch nicht alle RV’s wenigstens je eine Mannschaft zu stellen?? Der RV Leipzig hatte vor gerade einmal zwei Wochen 36 U11‘er, sowie 21 U13‘er in der Halle. Der RV Chemnitz hatte erst letzte Woche 25 U13‘er, sowie vor 4 Wochen immerhin 12 U11‘er in der Halle. Das man aus einem solchen Spielerpool nicht wenigstens je 4 Kids für ein Turnier mit Mannschaftscharakter, kostenlosen Shirts und Medaillen begeistern kann, kann ich einfach nicht glauben. Als krönenden Abschluss muss ich auch noch mit erschrecken feststellen, dass es der RV Leipzig für nötig hält, parallel zu den Landesjugendspielen eine Regionalrangliste für die gleichen Altersklassen abzuhalten. Da fehlen mir komplett die Worte, was an der Stelle vermutlich auch besser ist.

Aus meiner Sicht sollten wir in Zukunft unsere Verantwortung gegenüber dem Landessportbund, sowie den Spielern bezüglich dieser Veranstaltung wieder ernster nehmen und die wirklich tollen Rahmenbedingungen für einen schönen, in Erinnerung bleibenden Saisonabschluss nutzen. In welcher Form und in welchem Umfang kann man sicherlich diskutieren.

Versteht diese Email bitte nicht als reine Kritik, sondern vielmehr als Weckruf es in zwei Jahren gemeinsam besser zu machen.

Mit sportlichen Grüßen

Felix

Sicher sind die Landesjugendspiele kein Turnier, bei dem es Punkte für eine Deutsche Rangliste zu gewinnen gibt, aber es ist ein Turnier, bei dem wir für unsere Sportart werben können. Und das auch beim und gegenüber dem Landessportbund, von dem wir einiges an Förderung erhalten. Auch kann man die hohen Temperaturen nicht wirklich als Ausrede für die Nichtteilnahme gelten lassen, denn der Meldeschluss lag bereits Anfang Juni, da gab es zu den Temperaturen für den Veranstaltungstag gerade mal vage Prognosen. Also warum schaffen wir es nicht, hier aus den Regionalverbänden Teilnehmer zu den Landesjugendspielen zu entsenden?

Die Landesjugendspiele jetzt sind aber auch nur ein Teil der Geschichte, denn ich musste in diesem Jahr auch schon eine Sachsenrangliste der U11 absagen und eine fand nur unter Zusammenlegung von Jungen und Mädchen statt.

Haben wir zu wenig Nachwuchsspieler in Sachsen? Wenn ich mir die oben genannten Zahlen der Regionalranglisten anschaue, ganz sicher nicht, auch wenn es mehr sein könnten. Woran liegt es dann? Sind unsere Turniere nicht attraktiv genug? Haben die Vereine zu wenig Betreuer für den Nachwuchs? Ist der Nachwuchs nicht motiviert genug, an Turnieren teilzunehmen? Sind es gar zu viele Turniere? Alles Fragen, für die wir nach Antworten und Lösungen suchen sollten, wenn wir unsere schöne Sportart nicht langsam aussterben lassen wollen in Sachsen. Denn nur mit einer guten Nachwuchsarbeit schaffen wir es langfristig, die Vereine und den Verband sowie die Sportart in Sachsen am Leben zu erhalten.

Das aber bedeutet, das mehr Leute mit anpacken und sich engagieren.

Leider hat sich in den letzten Jahren eine Generation „nur Spieler“ entwickelt, die regelmäßig ihr eigenes Training und ein paar Wettkämpfe nach Lust und Laune zu absolviert. Das reicht aber auf lange Sicht nicht aus, den Sport treiben im Verein / Verband ist weit mehr als eigenes Training und Wettkampf, so z.B. das Weitergeben von Wissen und Erfahrungen an die nächsten Spielergenerationen, das Engagement auch über die eigenen Spielfeldbegrenzungen hinaus. Nun wird nicht jeder Trainer sein wollen und können, aber es gibt genug Aufgaben, die bewältigt werden müssen. Denn sonst machen es immer wieder die gleichen (positiv) bekloppten Leute, fahren selbst am eigenen Geburtstag noch mit Nachwuchs zu Turnieren nach Bayern, statt mit der Familie zu feiern.

Schon jetzt können im BVS, in den Regionalverbänden und in den Vereinen nicht alle Posten besetzt werden. Und wenn wir nicht aufpassen, dann werden auch noch die letzten Enthusiasten irgendwann das Handtuch werfen.

Ich hoffe, die Zeilen regen zum Nachdenken an. Vielleicht kann man die turnierfreie Zeit in den Sommerferien dazu nutzen. Meinungen, Ideen und Vorschläge, was wir ändern und vielleicht besser machen können, sind gern willkommen.

Euer

Steffen Reuther
Jugendwart BV Sachsen

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. Juli 2019 um 14:59 Uhr
 
  

Das Handbuch 2018/2019 ist online

Zugangsdaten erforderlich!!!

Ehrenamtliche Verstärkung gesucht



„Ein Badmintonspieler sollte verfügen
  • über die Ausdauer eines Marathonläufers,
  • die Schnelligkeit eines Sprinters,
  • die Sprungkraft eines Hochspringers,
  • die Armkraft eines Speerwerfers,
  • die Schlagstärke eines Schmiedes,
  • die Gewandtheit einer Artistin,
  • die Reaktionsfähigkeit eines Fechters,
  • die Konzentrationsfähigkeit eines Schachspielers,
  • die Menschenkenntnis eines Staubsaugervertreters,
  • die psychische Härte eines Arktisforschers,
  • die Nervenstärke eines Sprengmeisters,
  • die Rücksichtslosigkeit eines Kolonialherren,
  • die Besessenheit eines Bergsteigers
  • sowie über die Intuition und Phantasie eines Künstlers.


  • Weil diese Eigenschaften so selten in einer Person versammelt sind,
    gibt es so wenig gute Badmintonspieler.“

    – Martin Knupp: Yonex-Badminton-Jahrbuch 1986 –
    © 2006 Badminton Verband Sachsen e. V.