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U15 Europameisterschaft – Annika Schreiber gewinnt Bronze im Mädchendoppel PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Marcus Gundermann   
Sonntag, den 16. Februar 2014 um 21:02 Uhr

Gerade eine Woche ist es her, dass Annika Schreiber in Wesel zweifache deutsche Jugendmeisterin in der Altersklasse U15 wurde. Doch damit nicht genug. Vom 14. bis 16. Februar stand für Annika das zweite von insgesamt drei Highlights in diesem Monat an. Im schweizerischen Basel wurde erstmalig in der Geschichte des Badminton eine Europameisterschaft der U15 ausgetragen. Annika war Teil eines insgesamt sechsköpfigen deutschen Teams.

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Neben ihr vertraten noch ihre Doppelpartnerin Runa Plützer, Miranda Wilson, Hauke Graalmann, Lukas Resch und Felix Hammes den DBV. Der frühere sächsische Landestrainer Dirk Nötzel und der seit Jahresbeginn verantwortliche Projektleiter des Talentteams U15/14 Benjamin Tzschoppe waren als Coaches vor Ort. Lautkräftige Unterstützung erfuhren die deutschen Teilnehmer von ihren Familien und von einem Trio des BCSN. Marcus Gundermann, seine Frau Nancy und Maik Hänig begaben sich am Freitag um 5:30 auf die 651 Kilometer lange Reise nach Basel. Nach einer entspannten Anreise erreichte die Stollberger Delegation um 11:15 Uhr die St. Jakobshalle.

Am Freitag um 13:10 Uhr war es dann soweit. Annika hatte ihren ersten Auftritt im Mädcheneinzel. An Position ¾ gesetzt, war ihr laut Aussage vom Bundestrainer "Talententwicklung" Dirk Nötzel die Nervosität deutlich anzumerken. Es dauerte auch ein paar Punkte, bis Annika zu ihrer gewohnten Sicherheit fand. Danach beherrschte sie jedoch ihre körperlich überlegene Gegnerin aus Bulgarien. Das Spiel endete früher als gedacht. Denn nachdem Annika den ersten Satz mit 21:7 gewonnen hatte, lies sich die Bulgarin vom eigenen Trainer und vom Schiedsrichter zur Aufgabe überreden. Gegen Ende des Satzes hatte sie bereits große Schmerzen im Knie, die eine Fortsetzung der Partie verhinderte. Somit stand Annika im Achtelfinale. Dieses sollte erst am Samstag gespielt werden. Im weiteren Turnierverlauf gab es einige zeitliche Verzögerungen, so dass das Mädchendoppel von Annika und Runa Plützer mit mehr als einer Stunde Verspätung um 18 Uhr gespielt wurde. Gegen ihre slowenischen Kontrahentinnen ließen Annika und Runa nichts anbrennen und zogen souverän ins Viertelfinale ein.

Am Samstag erhielt der deutsche Fanblock Zuwachs von Marcus´ Bruder. Annikas Gegnerin im Achtelfinale des Mädcheneinzel war die Schweizerin Aline Müller. Auch diese konnte Annika deutlich mit 21:15/21:15 bezwingen. Jedoch gelang es ihr immer erst gegen Mitte des jeweiligen Satzes, sich abzusetzen. Im anschließenden Viertelfinale des Mädchendoppel ging es für Annika und Runa schon um Alles. Mit einem Sieg gegen eine finnische Paarung hätte man sich eine Medaille sichern können. Dieses Ziel hatten natürlich auch die finnischen Mädels. So entwickelte sich ein Drei-Satz-Krimi, den Annika und Runa unter dem frenetischen Jubel der deutschen Fans mit 22:20/19:21/21:17 für sich entschieden. Damit war sicher, dass Annika definitiv mit einer Medaille im Gepäck nach Deutschland zurückkehren würde. Welche Farbe diese hat, sollte sich am Sonntag entscheiden. Doch zuvor hatte sie ja noch die Chance, auch im Einzel ins Halbfinale vorzustoßen.

Gegen die Türkin Yaren Dolcu war Annika erneut körperlich klar im Nachteil. Von Beginn an setzte Dolcu Annika mit ihrem brutalen Smash unter Druck und hielt stets einen konstanten Vorsprung von zwei Punkten. Den sollte Sie auch bis zum Ende des Satzes halten können. Leider konnte Annika im zweiten Satz nicht die Wende herbeiführen. Sie zeigte zu oft ungewohnte Schwächen beim Drop und auch das Spiel am Netz brachte keinen Erfolg. Schließlich zog die Türkin verdient ins Halbfinale ein. Annika nahm es mit Fassung und akzeptierte schnell, dass ihre Gegnerin in diesem Spiel einfach besser war.

Aber nicht nur Annika beendete den Tag mit einer Niederlage. Auch die deutschen Damen und Herren, die in derselben Halle um die Mannschaftseuropameisterschaft kämpften, mussten im Halbfinale die Segel streichen. Während die Herren England mit 1:3 unterlagen, wurde die Partie der Damen gegen Russland im fünften Spiel entschieden. Gemeinsam mit den deutschen Herren schrien die Nachwuchstalente und die Fans unsere Mädels nach vorne. Jedoch verloren Birgit Michels & Johanna Goliszewski völlig überraschend gegen ein junges russisches Doppel. Russland entschied die Partie mit 3:2 und stürzte damit den amtierenden Europameister. Europameister 2014 wurde sowohl bei den Damen als auch bei den Herren Topfavorit Dänemark.

Am Sonntag um 11 Uhr betraten Annika, Runa und ihre Gegnerinnen aus England Feld 9 der St. Jakobshalle in Basel. Die beiden deutschen Mädels hatten sich fest vorgenommen, sich für die beim Langenfeld-Cup 2013 erlittene Niederlage zu revanchieren. Doch von Beginn an wurde klar, dass dies eine sehr schwere Aufgabe werden würde. Zwar konnten Annika und Runa bei langen Ballwechseln gut dagegen halten. Leider fehlte aber zu oft die nötige Durchschlagskraft, wenn es darum ging, dann auch den Punkt zu machen. Satz 1 ging relativ klar an England. Doch so leicht wollte sich das deutsche Doppel nicht geschlagen geben. Sie kämpften sich ins Spiel zurück und erzwangen mit viel Willen den Entscheidungssatz. Den Start in diesen dritten Satz verschliefen sie leider komplett. So konnte England schnell entscheidend davonziehen. Beim Stand von 20:13 für das englische Doppel wurden Erinnerungen an die Deutsche Meisterschaft vor einer Woche wieder wach. Auch dort lagen Annika und Runa bereits 20:15 zurück und drehten das Match. Diesmal konnte man bis auf 20:16 verkürzen, ehe die Engländerinnen das Spiel zu ihren Gunsten entschieden. Natürlich war die Enttäuschung groß, doch sie dauerte nicht lange an. Denn trotz der Niederlage ging man nicht leer aus. Die Bronzemedaille konnte den deutschen Mädels niemand mehr nehmen.

Damit hat der BCSN nun nicht mehr "nur" eine dreifache Deutsche Meisterin sondern auch eine Gewinnerin der Bronzemedaille bei einer EUROPAMEISTERSCHAFT in seinen Reihen. Zusammenfassend darf man sagen, dass es ein rundum gelungenes Wochenende war. Es war genau die richtige Entscheidung, die Reisestrapazen auf sich zu nehmen und Annika sowie die anderen deutschen Teilnehmer bei dieser EM zu unterstützen.

Glückwunsch für diesen großen Erfolg. Während für uns die Reise in 267 km und 2 ½ Stunden Stand (18:45 Uhr) zu Ende geht, befindet sich Annika schon auf der Fahrt nach Mühlheim, von wo aus sie am Mittwoch mit der U15 Nationalmannschaft nach Dänemark zum Acht-Nationen-Cup aufbricht.








Nach der Siegerehrung.
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 17. Februar 2014 um 20:21 Uhr
 
  

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„Ein Badmintonspieler sollte verfügen
  • über die Ausdauer eines Marathonläufers,
  • die Schnelligkeit eines Sprinters,
  • die Sprungkraft eines Hochspringers,
  • die Armkraft eines Speerwerfers,
  • die Schlagstärke eines Schmiedes,
  • die Gewandtheit einer Artistin,
  • die Reaktionsfähigkeit eines Fechters,
  • die Konzentrationsfähigkeit eines Schachspielers,
  • die Menschenkenntnis eines Staubsaugervertreters,
  • die psychische Härte eines Arktisforschers,
  • die Nervenstärke eines Sprengmeisters,
  • die Rücksichtslosigkeit eines Kolonialherren,
  • die Besessenheit eines Bergsteigers
  • sowie über die Intuition und Phantasie eines Künstlers.


  • Weil diese Eigenschaften so selten in einer Person versammelt sind,
    gibt es so wenig gute Badmintonspieler.“

    – Martin Knupp: Yonex-Badminton-Jahrbuch 1986 –
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